Gekörnter Bergwald-Bohrkäfer

Stephanopachys substriatus (Paykull, 1800)

© Tom Murray

© Tom Murray

Systematik

Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Familie: Bohrkäfer (Bostrichidae)

Hauptmerkmale

Stephanopachys substriatus ist ein kleiner Käfer mit einer Körperlänge zwischen 3,5 und 6,5 mm. Die Tiere haben langestreckte zylinderförmige und leicht abgeflachte Körper. Die geraden Fühler tragen jeweils eine dreigliedrige Keule an ihrem terminalen Ende. Die Tiere zeichnen sich durch eine ausgeprägte Körnung im Bereich des Halsschildes aus.

Lebensraum (Habitat)

Bei Stephanopachys substriatus handelt es sich um eine totholzbewohnende Art. Bevorzugt werden Nadelwälder der montanen bis subalpinen Höhenstufe. Die Käfer leben unter der Rinde trockener, stärkerer Stämme und Baumstümpfe in sonniger Lage, u.a. von Kiefern (Pinus), Fichten (Picea) und Tannen (Abies). Während liegendes Totholz weitgehend gemieden wird, werden stehendes Totholz, Stubben oder brandgeschädigtes junges Holz angenommen.

Biologie

Der Gekörnte Bergwald-Bohrkäfer gehört zu den am wenigsten erforschten FFH-Schutzgütern. Die Käfer entwickeln sich in der Rinde bzw. im Holz ihrer Brutbäume, wo sie typische Fraßbilder hinterlassen. Als Hauptaktivitätszeit werden die Sommermonate angegeben, mit einem Maximum im August. Die Tiere sind flugfähig, was eine gewisse Ausbreitungstendenz vermuten lässt. Werden die Käfer mit dem Brutholz verschleppt, trifft man sie auch in Sägewerken an. Nachweise von Einzelfunden lassen daher eventuell schwer auf ein autochthones Vorkommen schließen.

Europa

in Bearbeitung!

Österreich

In Österreich ist Stephanopachys substriatus aus den gebirgigen Regionen Nieder- und Oberösterreichs, des Burgenlands, der Steiermark, Kärntens, Salzburgs und Tirols bekannt. Nachweise liegen aus der Umgebung von Ferlach im Rosental, Nikolsdorf bei Lienz, St. Veit im Defereggental sowie vom Stoderzinken im oberösterreichischen Teil des Toten Gebirges vor. Ein Vorkommen im Nationalpark Gesäuse wird vermutet und ist durchaus wahrscheinlich.

Verbreitung in Natura 2000-Gebieten

Oberösterreich
AT3111000 Nationalpark Kalkalpen, 1. Verordnungsabschnitt

Status Rote Liste Österreich

potentiell gefährdet (NT)

Status FFH-Richtlinie

Anhang II

Gefährdungsursachen

Angesichts der Ansprüche der Art sind Gefährdungsursachen nicht ersichtlich und weitgehend unbekannt. Der Käfer kann vermutlich als reliktär eingestuft werden.

Mögliche Schutzmaßnahmen

  • Durchführung umfangreicher Kartierungen in potenziellen, historischen und aktuellen Vorkommensgebieten
  • Erhalt/Förderung geeigneter Totholzstämme von Kiefern, Fichten und Tannen

Erhaltungszustand

Bewertung des Erhaltungszustands für die Art „1927: Gekörnter Bergwald-Bohrkäfer“ in den biogeographischen Regionen Österreichs für die Berichtsperiode 2007 – 2012:

Alpine Region Verbreitungsgebiet Population Habitatfläche & Habitatqualität Zukunftsaussichten
Einzelbewertung ungünstig-schlecht ungünstig-schlecht ungünstig-schlecht ungünstig-schlecht
Trend unbekannt unbekannt unbekannt unbekannt
Gesamtbewertung ungünstig-schlecht
Gesamttrend unbekannt

 

Kontinentale Region Verbreitungsgebiet Population Habitatfläche & Habitatqualität Zukunftsaussichten
Einzelbewertung - - - -
Trend
Gesamtbewertung Schutzgut kommt in der Region nicht vor.
Gesamttrend
Literatur
  • Ellmauer, T. (Hrsg.) (2005): Entwicklung von Kriterien, Indikatoren und Schwellenwerten zur Beurteilung des Erhaltungszustandes der Natura 2000-Schutzgüter. Band 2: Arten des Anhangs II der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Im Auftrag der neun österreichischen Bundesländer, des Bundesministerium f. Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und der Umweltbundesamt GmbH. Wien.
  • Müller-Kroehling, S., et al. (2006): Artenhandbuch der für den Wald relevanten Tier- und Pflanzenarten des Anhanges II der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und des Anhanges I der Vogelschutz-Richtlinie in Bayern. Bayrische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.
  • Paill, W. & Mairhuber, Ch. (2005): Der Gekörnte Bergwald-Bohrkäfer (Stephanopachys substriatus) im Nationalpark Gesäuse. Ökoteam. Im Auftrag der Nationalpark Gesäuse GmbH. Graz.