Gelbbauchunke

Bombina variegata (Linnaeus, 1758)

Quelle: Günter Gollmann

Günter Gollmann

Quelle: Günter Gollmann

Günter Gollmann

Systematik

Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Familie: Bombinatoridae

Hauptmerkmale

Die Gelbbauchunke ist ein kleiner (ca. 5 cm Körperlänge) Froschlurch mit graubrauner warziger Oberseite und gelber, grau oder schwarz gefleckter Unterseite. Die Pupille ist herzförmig.
Charakteristisch ist die Schreckstellung (“Kahnstellung”, “Unkenreflex”) mit kreuzhohl gebogenem Körper und nach oben gedrehten Unterseiten der Hände und Füße. Die Gelbbauchunke gibt leise, melodische Rufe von sich.

Lebensraum (Habitat)

Die Gelbbauchunke kommt in Laub- und Mischwälder, auf Feuchtwiesen und Almen sowie in Abbaugebieten (Lehmgruben, Steinbrüche) vor. Als Fortpflanzungsgebiete wählt sie Tümpel, selten auch Bäche.

Biologie

Die Eier werden in kleinen Gruppen von April bis August abgelegt. In besonnten Kleingewässern entwickeln sich die Kaulquappen rasch.

Österreich

Die Gelbbauchunke ist in allen Bundesländern Österreichs verbreitet. Sie kommt häufig in der submontanen und tiefmontanen Stufe vor und fehlt in den Tieflagen des Ostens und im Hochgebirge.

Verbreitung in Natura 2000-Gebieten

Quelle: Access-Datenbank der European Environment Agency; Stand Oktober 2017

Burgenland
AT1108813 Bernstein – Lockenhaus – Rechnitz
AT1122916 Lafnitztal
AT1114813 Südburgenländisches Hügel- und Terrassenland
AT1123323 Mattersburger Hügelland

Niederösterreich
AT1201A00 Waldviertler Teich-, Heide- und Moorlandschaft
AT1203A00 Ötscher – Dürrenstein
AT1205A00 Wachau
AT1207A00 Kamp- und Kremstal
AT1211A00 Wienerwald – Thermenregion
AT1212A00 Nordöstliche Randalpen: Hohe Wand – Schneeberg – Rax
AT1218000 Machland Süd
AT1217A00 Strudengau – Nibelungengau
AT1219000 Niederösterreichische Alpenvorlandflüsse

Wien
AT1303000 Landschaftsschutzgebiet Liesing (Teil A, B und C)
AT1302000 Naturschutzgebiet Lainzer Tiergarten

Kärnten
AT2103000 Hörfeld Moor – Kärntner Anteil
AT2104000 Sablatnig Moor
AT2107000 Stappitzer See und Umgebung
AT2110000 Großedlinger Teich
AT2113000 Flachwasserbiotop Neudenstein
AT2114000 Obere Drau
AT2116000 Görtschacher Moos – Obermoos im Gailtal
AT2117000 Turner See
AT2119000 Gut Walterskirchen
AT2120000 Schütt – Graschelitzen
AT2118000 Gail im Lesachtal
AT2122000 Ratschitschacher Moor
AT2124000 Untere Lavant
AT2125000 Reifnitzbach
AT2126000 Tiebelmündung
AT2128000 Kalk-Tuffquellen Völkermarkter Stausee
AT2130000 Lendspitz-Maiernigg
AT2123000 Möserner Moor
AT2121000 Höfleinmoor
AT2133000 Guntschacher Au
AT2131000 Mannsberg-Boden
AT2134000 Mittagskogel
AT2142000 Ziegelteich bei Hörtendorf
AT2143000 Lanzendorfer Moor

Steiermark
AT2208000 Lafnitztal – Neudauer Teiche
AT2210000 Ennstaler Alpen/Gesäuse
AT2211000 Hartberger-Gmoos
AT2212000 NSG Wörschacher Moos und ennsnahe Bereiche
AT2213000 Steirische Grenzmur mit Gamlitzbach und Gnasbach
AT2221000 Gamperlacke
AT2225000 Demmerkogel-Südhänge, Wellinggraben mit Sulm-, Saggau- und Laßnitzabschnitten und Pößnitzbach
AT2226002 Furtner Teich
AT2226000 Furtner Teich – Dürnberger-Moor
AT2230000 Teile des südoststeirischen Hügellandes inklusive Höll und Grabenlandbäche
AT2236000 Ober- und Mittellauf der Mur mit Puxer Auwald, Puxer Wand und Gulsen
AT2243000 Totes Gebirge mit Altausseer See

Oberösterreich
AT3110000 Ettenau
AT3109000 Unteres Trauntal
AT2240000 Ennsaltarme bei Niederstuttern
AT3105000 Unterer Inn
AT3108000 Tal der Kleinen Gusen
AT3111000 Nationalpark Kalkalpen und Umgebung
AT3118000 Salzachauen
AT3119000 Auwälder am Unteren Inn
AT3122000 Oberes Donau- und Aschachtal
AT3125000 Rannatal
AT3114000 Traun-Donau-Auen
AT3115000 Maltsch
AT3120000 Waldaist und Naarn
AT3121000 Böhmerwald und Mühltäler
AT3123000 Wiesengebiete und Seen im Alpenvorland
AT3139000 Unteres Trauntal – Erweiterung

Salzburg
AT3201014 Wallersee-Wengermoor
AT3132000 Machland Nord
AT3206007 Bluntautal
AT3223000 Salzachauen, Salzburg
AT3211012 Kalkhochalpen, Salzburg
AT3227000 Untersberg-Vorland

Tirol
AT3301000 Hohe Tauern, Tirol
AT3308000 Schwemm

Vorarlberg
AT3402000 Rheindelta
AT3405000 Bregenzerachschlucht
AT3406000 Witmoos
AT3408000 Bangs – Matschels
AT3412000 Verwall
AT3423000 Soren, Gleggen-Köblern, Schweizer Ried und Birken-Schwarzes Zeug
AT3426000 Frastanzer Ried
AT3403000 Mehrerauer Seeufer – Mündung der Bregenzerach
AT3421000 Gsieg – Obere Mähder

 

Status Rote Liste Österreich

gefährdet

Status FFH-Richtlinie

Anhang II und IV

Gefährdungsursachen

  • Verlust von Kleingewässern durch Drainage von Grünland und Regulierung von Fließgewässern
  • Verfüllung von Kleingewässern, auch beim Wege- und Straßenbau
  • Isolation von Populationen
  • Schadstoffeintrag
  • Befall durch den Hautpilz Batrachochytrium dendrobatidis

Mögliche Schutzmaßnahmen

  • Kleingewässernetze schaaffen
  • Besonnte Laichplätze erhalten
  • Lebensraumstrukturen, die in Gewässernähe Deckung bieten (liegendes Holz, Stauden) erhalten
  • Geringere Schadstoffeinträge (Biozide)

Erhaltungszustand

Bewertung des Erhaltungszustands für die Art „1193: Gelbbauchunke“ in den biogeographischen Regionen Österreichs für die Berichtsperiode 2007 – 2012:

Alpine Region Verbreitungsgebiet Population Habitatfläche & Habitatqualität Zukunftsaussichten
Einzelbewertung günstig ungünstig-unzureichend ungünstig-unzureichend ungünstig-unzureichend
Trend unbekannt unbekannt unbekannt
Gesamtbewertung ungünstig-unzureichend
Gesamttrend unbekannt

 

Kontinentale Region Verbreitungsgebiet Population Habitatfläche & Habitatqualität Zukunftsaussichten
Einzelbewertung ungünstig-unzureichend ungünstig-unzureichend ungünstig-unzureichend ungünstig-unzureichend
Trend in Verschlechterung in Verschlechterung in Verschlechterung in Verschlechterung
Gesamtbewertung ungünstig-unzureichend
Gesamttrend in Verschlechterung
Literatur

Cabela, A.; Grillitsch, H.; Tiedemann, F. (2001): Atlas zur Verbreitung und Ökologie der Amphibien und Reptilien in Österreich: Auswertung der Herpetofaunistischen Datenbank der Herpetologischen Sammlung des Naturhistorischen Museums in Wien. Umweltbundesamt. Wien. 880 S.

Gollmann, B.; Gollmann, G. (2012): Die Gelbbauchunke: von der Suhle zur Radspur. 2. Auflage. Laurenti Verlag. Bielefeld. 176 S.

Gollmann, G. (2007): Rote Liste der in Österreich gefährdeten Lurche (Amphibia) und Kriechtiere (Reptilia). In: Zulka, P. (Red.): Rote Listen gefährdeter Tiere Österreichs – Checklisten, Gefährdungsanalysen, Handlungsbedarf. Teil 2: Kriechtiere, Lurche, Fische, Nachtfalter, Weichtiere. – Grüne Reihe des Lebensministerium. Wien. S. 37–60.

Naturschutzbund NÖ (Hrsg) (o.J.): Die Gelbbauchunke. Schutz im landwirtschaftlichen und forstlichen Alltag.
http://www.zobodat.at/pdf/Naturschutzbund-Niederoesterreich-div-Pub_7_0001-0002.pdf [31.10.2017]

Sztatecsny, M.; Glaser, F. (2011): From the eastern lowlands to the western mountains: first records of the chytrid fungus Batrachochytrium dendrobatidis in wild amphibian populations from Austria – Herpetological Journal, 21. S. 87-90.